Auf Wunsch einiger Gehörlosen organisierte der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine eine Führung durch die Sonderausstellung 1914 – Mitten in Europa. Am Sonntag, 28. September um 11 Uhr wurde die Gehörlosengruppe vor dem Eingang Wiegeturm von der Führerin und der Gebärdensprachdolmetscherin empfangen.
Mit der Standseilbahn gelangten wir in die Ausstellung, die sich in drei Etagen der Mischanlage der Kokerei befindet. Wir erfuhren viel über das Leben im ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Ende der Weimarer Republik.

In der ersten Etage sind viele Bilder und verschiedene Alltagsgegenstände des Kaiserreiches zu betrachten. Wir staunten über die Bartbinden. Die Männer der feinen Gesellschaft banden sie nachts um ihre Schnauzbärte, damit morgens der Bart noch in Form ist. Die moderne Dame von Welt legte täglich ihr Korsett an. Durch festes Schnüren wurde die gewünschte schmale Taille erreicht. Der ideale Taillenumfang betrug 42 cm. Das war natürlich nicht gut für die Gesundheit.

Die zweite Etage ist dem 2. Weltkrieg zugeeignet. Wir erfuhren, wie es im 1. Weltkrieg zugegangen ist. Es sind viel mehr Menschen verhungert als Soldaten im Krieg gefallen. Für diesen Krieg wurden die Waffen erfunden und hergestellt. Berühmt ist er Maschinengewehr mit der Nummer 08/15, die auch im zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam.. Daher wurde 08/15 ein geflügeltes Wort für etwas Gewöhnliches bzw. Alltägliches.

In der dritten Etage interessierte uns besonders die Mode der 20er Jahre. Die Dame befreite sich vom Korsett und trug Kleider im Charlestonstil. Die Haare ließ sie sich abschneiden und ließ sich einen „Bubikopf“ machen. Die zum neuen Stil passenden Schuhe sind heute noch modern, ebenso die Anzüge für die Herren.

Die Ausstellung war wirklich sehr sehenswert und und dank der Gebärdensprach-dolmetscherin bekamen wir viele Informationen über diese Zeit.

E.E.