Berichte

Zur Führung dieser Ausstellung im Museum Folkwang meldeten sich 13 Personen an. Diese, die Führerin und die Gebärdensprachdolmetschern fanden sich am Samstag, 9. März 2019 pünktlich im Eingangsbereich des Folkwangmuseums  ein. Da es sich um eine kleine Präsentation der Werke Feiningers innerhalb der Sammlung aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Bauhauses handelt, konnte man nur eine halbstündige Führung buchen.

Sehr gut übersetzt durch die Gebärdensprachdolmetscherin erzählte die Führerin von der Geschichte des Bauhauses. Es ist eine Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Handwerks. Dort wirkte unter anderen Künstlern auch der Karikaturist. Zeichner und Maler Lyonel Feininger. 34 Werke von ihm konnte man besichtigen. Besonders gut gefiel allen das Gemälde „Gelmeroda IX“ aus dem Jahr 1926. Es besteht eine Serie von Gemälden, die Feininger von der Dorfkirche in Gelmeroda gemalt hat. „Gelmeroda IX“ ist die einzige Leinwand, die in deutschem Museumsbesitz ist.

Nach der Führung machten wir noch einen Rundgang durch die Sammlung, wo man Werke von verschiedenen Künstlern betrachten konnte.

Zum Schluss hatten wir viel Spass mit dem großen Spiegel im Eingangsbereich. Die Bewegungen der Menschen werden verzerrt, verdreht und verzogen. Das war mal ein lustiges Erlebnis.

E. Eybe

Auf Wunsch einiger Kulturinteressierter organisierte der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine eine Führung durch die Ausstellung „Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen“ in Düsseldorf. Gerade noch rechtzeitig fanden sich die 12 Besucher zur gebuchten Führung ein. Die Deutsche Bahn war wieder mal nicht pünktlich. Die Führerin begrüßte uns in Gebärdensprache. Sie sagte aber, dass sie die DGS noch nicht perfekt beherrsche und deshalb auf die Gebärdensprachdolmetscherin angewiesen ist.

Zuerst erfuhren wir, dass das Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 1960 von Paul Klee 88 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen erworben hat. Von 1966 bis 1985 reisten die Bilder um die ganze Welt und waren in Jerusalem, Prag, Rio de Janeiro, New Delhi und dann in noch vielen Städten ausgestellt. An der Rückseite eines Bildes waren Etiketten geklebt als Nachweis, wo die Ausstellungen waren.
In den Ölgemälden, Aquarellen und Zeichnungen konnten wir die künstlerische Entwicklung Paul Klees nachvollziehen. Seine Werke sind mehreren Stirichtungen zugrordnet (Expressionismus, Kubismus, Primitivissmus, Bauhaus, Surrealismus). Er stand in engem Kontakt zur Gruppe „Der blaue Reiter“.

Wärend der Führung konnten wir Fragen stellen. Die Führerin beantwortete stets umfassend, sehr gut übersetzt von der Gebärdensprachdolmetscherin.

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Die „Galeria“ in der Messe war wie im vergangenen Jahr die Info-Meile des Selbsthilfeverbandes „Wiese e.V.“. Dort präsentierte sich der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine zusammen mit dem Deutschen Schwerhörigenbund Ortsverein Essen an zwei Ständen. Es war zunehmend schwieriger, Infomaterial zu bekommen. Manches musste aus dem Internet geholt und selbst vervielfältigt werden. Trotzdem lag eine gute Auswahl an Informationsmaterial über Hilfen, Einrichtungen und Angebote für Gehörlose zum Mitnehmen aus. Insgesamt 18 gehörlose Mitarbeiter/innen, davon einige sogar an mehreren Tagen, haben ehrenamtlich die Betreuung des Standes übernommen. Die Kommunikation mit Interessenten ist irgendwie zustande gekommen. Bei der „Wiese e.V.“ möchten wir uns für die Gelegenheit zu dieser Öffentlichkeitsarbeit bedanken.

Der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine e.V. organisierte eine Führung mit Geärdensprachdolmetscherin durch die Ausstellung .„Josef Albers. Interaction“. Am Samstag, 22. September 2018 begaben sich 16 Personen und die Gebärdensprach-dolmetscherin in die riesigen Eingangshalle der Villa.und wurden von der Führerin freundlich begrüßt.

Zuerst schnitt die Führerin kurz die Biografie des Künstlers an. Josef Albers ist 1888 in Bottrop geboren und wuchs dort als Sohn eines Malermeisters auf.
Nach einiger Zeit behagte ihm der Beruf des Volkschullehrers nicht mehr. Albers studierte Kunst in Berlin, München und Weimar. In der Nazizeiit siedelte er in die USA um und hielt sich auch in Mexiko auf.

Die unterschiedlichen Kunstwerke zeigten, dass Josef Albers ein vielseitiger Künstler war. Werke im Bauhausstil, Glasfenster, Quadrate in interessanten Ölfarben auf Masonit und vieles mehr waren zu besichtigen.

Sie bildeten einen besonderen Kontrast zu den Räumlichkeiten der Villa Hügel. Die riesige und geschichtsträchtige Villa selbst ist auch sehenswert. Einige von uns waren nocn nie oder vor langer Zeit in der Villa.

Übersetzt von der Dolmetscherin wies die Führerin auf die Besonderheiten einiger Räumlichkeiten hin.

Mit vielen Eindrücken verließen wir das Museum und ließen den Tag beim Griechen ausklingen.

E. Eybe

Der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine hat dafür gesorgt, dass das Angebot des LVR-Industriemuseums Oberhausen die Ausstellung „Energiewenden. Wendezeiten“ genutzt wird.

So begaben sich am Sonntag, 16. September 8 gehörlose Personen zum Museum und wurden vom Führer und den zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen freundlich begrüßt.

Wir bekamen interessante Geschichten über die Entwicklung der Energienutzung in den zwei Jahrhunderten erzählt und betrachteten die vielen Abbildungen. Das zieht sich über die Gewinnung der Braunkohle, der Steinkohle und über die Nutzung des Erdöls hin. Das hatte starke Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Viele von uns erinnern sich noch an die qualmenden Schlote der Industrieanlagen und die Verunreinigung der Luft. Die gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung waren fatal. Erwähnt wurde auch der Zustrom der Gastarbeiter aus Polen, aus der Türkei und aus anderen Ländern. Dann kam die Wende durch den Bau von Atomkraftwerken, die aber dann doch abgeschaltet werden müssen. Solaranlagen nutzen die Sonnenenergie, sind aber nicht so erfolgreich wegen der Kosten. Windräder wurden aufgestellt für die Stromerzeugung, verschandeln aber die Landschaft. Es gab noch viele interessante Ausstellungsstücke zu betrachten. In der Zukunftswerkstatt wurde die Möglichkeit aufgezeigt, Ideen und Lösungsvorschläge zu den Problemen in Bezug zur Energiewende zu erarbeiten.

Wir erholten uns erst mal in einem Café und fuhren zufrieden nach Hause. Ja, zufrieden, weil wir durch den Einsatz der Gebärdensprachdolmetscherinnen alles gut verstanden haben und auch Fragen stellen konnten.

Am Mittwoch, 7. März 2018 war es so weit. 15 Personen traten die Reise nach Norddeich Mole mit dem Regionalexpreß an. Das dreimalige Umsteigen ging auch für den Rollstuhlfahrer Siegfried dank der Mobilitätshilfe der DB glatt vonstatten. Diakon Holtkamp und zwei Teilnehmerinnen fuhren mit dem PKW hin.
Aber vorher gab es einige Aufregung. Anfang März erreichte uns die Nachricht, dass der Fährverkehr zur Insel

Juist und auch zu anderen Inseln wegen Eisgang und schlechten Fahrwasserbedingungen eingestellt wurde. Es wurde uns allen ganz mulmig zumute.Zum Glück hieß es dann, dass die Fähre am Mittwoch, 7. März zwischen Norddeich Mole und Juist wieder verkehrt.
Die Fähre brachte uns zur Insel und wir begaben uns zum Paxhaus. Dort checkten wir uns ein und

brachten unsere Sachen in die Zimmer. Nach dem Abendessen wurde das Programm für die Erholungstage verteilt.Jeden Morgen begaben wir uns vor dem Frühstück in die Kapelle und holten uns geistliche Impulse.

Am Donnerstag und Samstag vormittags hielt Diakon Holtkamp mit Hilfe des PowerPoint Präsentation interessante Vorträge. Wir erfuhren viel über den Jakobsweg in Deutschland, Spanien und in Europa deren Ziel Santiago de Compostela ist. Der Olavsweg war uns nicht so bekannt. Er wurde im Jahr 1997 wieder eröffnet und man kann von Schweden nach Tromsö in Norwegen pilgern.

Diakon Holtkamp gab uns am Freitag frei, weil die Sonne so schön schien. Wir wanderten über den Otto-Leege-Weg zur „Wilhelmshöhe“ und wollten dort eine Kaffeepause machen. Leider war das Restaurant geschlossen. So machten wir einen ausgedehnten Spaziergang am feinen Sandstrand. Die Nordseeluft tat uns gut und das Suchen von Muscheln machte Spaß. Nachmittags ging es bei der Kutschfahrt zur „Domäne Bill“ sehr lustig zu. Wir genehmigten uns eine oder auch zwei Fläschchen Kräuterlikör und mussten uns von Diakon Holtkamp „Schnapsdrossel“ titulieren lassen. Im Restaurant machten sich einige über die riesigen Rosinenstuten her oder ließen sich die großzügige Ration Milchreis schmecken. Der Original-Ostfriesentee durfte dabei nicht fehlen.

Beim abendlichen Zusammensein im Gesellschaftszimmer gingen uns die Themen für eine gute Unterhaltung nicht aus. Wir diskutierten über Gott und die Welt, über Politik, das Gesundheitswesen, über Reisen und machten Witze. Da vermissten wir das Fernsehen gar nicht. Am letzten Abend ließ uns Alfred Zumbrink Quizfragen beantworten. Alle schnitten erstaunlich gut ab.

Am Sonntag, 11. März 2018 nahmen wir am Gottesdienst in der örtlichen kath. Kirche teil. Dann hieß es wieder Abschied nehmen. Für viele ist die Insel sozusagen das zweite Zuhause, da sie mehrmals an den Erholungstagen teilgenommen haben.

Wir bedanken uns bei Diakon Holtkamp für seine gute und geduldige Betreuung und bei Monika Tibo, Klara Rousseau und Alfred Zumbrink für ihre Einsätze bei der Organisation der Reise.

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Der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine e.V. bemüht sich stets, das Interesse der Gehörlosen an der bildenden Kunst zu wecken. Deshalb wurde eine Führung mit Gebärdensprachdolmetscherin durch die Ausstellung „Edouard Manet“ im Von der Heydt-Museum Wuppertal organisiert. Am Sonntag, 26. November 2017 trafen sich 7 Personen und die Gebärdensprachdolmetscherin mittags im Eingangsbereich des Museums.

Die Führung begann mit einem Rundgang durch die Ausstellung. 45 Werke von Manet, zum Teil von anderen Museen geliehen, wurden gezeigt. Man findet auch Werke von August Macke, Franc Marc, Cezanne, Degas und einige nicht so bekannte Maler.

Übersetzt von der Dolmetscherin weist die Führerin auf die Besonderheiten einiger Bildkompositionen hin. Manet wird von vielen als Wegbereiter des Impressionismus genannt. Er selber fühlt sich dieser Stilrichtung aber nie zugehörig und ging eigene Wege.

Nach der Führung besichtigten wir weiter die interessant gestaltete Sonderausstellung. Danach hatten fünf Personen noch die Ausdauer sich in anderen Räumen die Sammlung von Werken anderer Künstler anzusehen.

Mit vielen Eindrücken verließen wir das Museum und ließen den Tag beim Italiener ausklingen.

Die Wiese e.V. ist eine Einrichtung in Essen, die in der Selbsthilfearbeit tätig ist. Die Selbsthilfegruppen können sich beraten lassen, erhalten Informationen und Unterstützung. Wie in jedem Jahr haben diese Gruppen die Gelegenheit, in der Messe über ihre Arbeit zu informieren. Dazu hat die Wiese e.V. Info-Stände in der Galeria der Messe Essen zur Verfügung gestellt.

Auch für Hörgeschädigte standen zwei Stände bereit. Die Organisation und Betreuung des Standes für Gehörlose hat wieder der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine e.V. übernommen. Dort lag viel Informationsmaterial über Hilfen, Einrichtungen und Angebote für Gehörlose zum Mitnehmen aus. Insgesamt mehr als 20 Gehörlose machten in diesen Tagen abwechselnd Dienst am Stand und gaben Auskunft über die Welt der Gehörlosen und über verschiedene Angebote an Kultur, Bildung und Sport.

Im zweiten Stand für Schwerhörige und Ertaubte nebenan gab es dazu Informationen über Hörhilfen usw. Der Stand wurde vom Deutschen Schwerhörigenbund Ortsverein Essen betreut.

Es ist ein kleines Jubiläum zu verzeichnen. Der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine ist seit 1997 jährlich mit einer Ausnahme bei der Messe „Mode, Heim, Handwerk“ vertreten und hat gute Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Allerdings hat diese Arbeit nicht mehr den Stellenwert wie früher. Man kann sich Informationen aus dem Internet und anderen Medien holen. Deshalb ist es nicht mehr so einfach, Flyer, Prospekte und Infomaterial zu bekommen.

Aber, wir machen trotzdem weiter, weil wir doch manches vermitteln konnten, was man nicht aus dem Internet erfahren kann.

E. Eybe

Diese besondere Kunstausstellung findet nur alle 10 Jahre in Münster statt. 35 unterschiedliche Kunstwerke sind in der Stadt verteilt und können bis zum 1. Oktober 2017 besichtigt werden. Es wurden auch Führungen in Gebärdensprache für Gehörlose und Hörende angeboten.

Dies nutzten etwa 20 Gehörlose bzw. Hörgeschädigte und paar Hörende aus. Sie fanden sich am Sonntag, 17. September 2017 in die Eingangshalle des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster ein. Für die Hörenden stand ein Dolmetscher zur Verfügung. Der gehörlose Führer Martin Heuser begüßte die Gruppe freundlich und erklärte, dass er fünf Kunstwerke zeigen werde und wir sollen uns auf einiges gefasst machen.

Zuerst ging es zum Lichthof im historischen Altbau des Museums. Dort hat der Künstler Michael Dean den Raum komplett mit einer transparenten Plastikfolie ausgestattet. Der Boden war mit Betonplatten und Papierschnitzeln ausgelegt. Es gab mehrere Objekte zu betrachten, wie z. B. Straßenlaternen, öffentliche Mülleimer, Abfälle, ein Fahrrad und einiges mehr. Die Folie wurde mit Stickern beklebt und mit Schriftzeichen ausgestattet.

Dann wurden wir zur Spitze des Neubaus auf der Nordseite des LWL-Museum geführt. Dort hat der Künstler John Knight ein schwarz lackiertes Objekt angebracht, das an eine Wasserwaage erinnert. In den Luftblasen sind Libellen eingelassen und unten findet man das Monogramm des Künstlers.

Danach betrachteten wir die Lichtinstallation „Silberne Frequenz“ von Otto Piene, die sich über zwei Fassadenseiten des Museums erstreckt. Am Kunstwerk prangte das Logo „LWL“, das aber sehr umstritten ist.

Die Skulptur Nummer vier von Peles Empire befand sich auf dem Parkplatz des Oberverwaltungsgerichtes. Das ist ein knapp acht Meter hoher Giebel, deren Fassade mit mit Stangen gestützt ist, um ihn vor dem Abstürzen zu bewahren. Hinter der Fasade befand sich ein Objekt mit großen Stufen und die Bar darin konnte jeder betreten.

Zum Schluss gingen wir zur Wiese neben der Promenade. Dort war um und im Brunnen Figuren in verschiedenen Stellungen aus Bronze und Gips ausgestellt. Diese wurden von der Künstlerin Nicole Eisenman erschaffen.

Alle Kunstwerke wurden von Martin Heuser in seiner klaren Gebärdensprache gut erklärt.
Er sagte auch, das jeder selber erahnen soll, was die Künstler mit ihren Kunstwerken bezwecken wollen.

Zum Schluss tauschten einige sich in einem Cafè über die ungewöhliche Ausstellung aus.

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster bietet etwa alle zwei Monate Führungen in Gebärdensprache an. Der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine nutzte das Angebot so einer Führung am Samstag, 5. November 2016 und organisierte  für 10 Personen die Fahrt nach Münster. Dort staunten wir wieder mal über die vielen Fahrräder.

Im Museum wurden wir vom gehörlosen Führer Martin Heuser freundlich begrüßt. Er teilte mit, dass das Museum schon im Jahr 1908 eröffnet wurde. Der Neubau, wo wir uns befanden  wurde im September 2014 eröffnet.. Während dem Rundgang erklärte  Martin Heuser in deutscher Gebärdensprache ausgewählte Werke von Künstlern in verschiedenen Stilrichtungen. Bei der sakralen Kunst wies er auf eine Besonderheit hin. Die Werke der katholischen Künstler sind äußerst farbenfroh. Die Protestanten aber bevorzugten gedeckte Farben. Wir sammelten viele Eindrücke, wobei der Neubau mit seinen großzügigen Aufteilungen besonders beeindruckend war. Es gab sechs Meter hohe Verglasungen, die Blicke nach außen sowie nach innen ermöglichten. Der Übergang zum historischen Altbau ist sehr gelungen.

Wir bedankten uns bei Herrn Heuser für die interessante Führung und gingen ins Café, das sich im gleichen Gebäudekomplex befindet.

Danach stellten wir vor der Skulptur von Henry Moore zu einem Gruppenfoto zusammen.

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