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Barrierefreie Psychotherapie in Essen_Stand Juni 2016

Einblick ins Taubennest

Die Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen in Essen e.V. hat das Angebot des Essener Verkehrs-AG aufgegriffen und lud zu einem Bustraining für Hörgeschädigte ein.

Am Dienstag, 16.02.2016 vormittags ließen sich 12 Gehörlose an der Bushaltestelle 1 am Hbf Essen vom EVAG-Bus abholen und zum Haus der Begegnung bringen.

Dort fand im Raum 3 die theoretische Schulung statt, die von zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen übersetzt wurde. Für die Referenten war es das erste Mal, Gehörlose über die barrierefreie Gestaltung der Fahrzeuge und die Ausstattung der Haltestellen zu informieren.

Rampen für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen mit genügend Platz im Türbereich kennen wir schon. Neu für uns sind die Sprechtasten, die aber für Gehörlose nur bedingt nutzbar sind und die blauen Taster, die man drücken soll, wenn man mehr Zeit zum Einsteigen benötigt. Auch gab es einen regen Informationsaustausch, wobei die Referenten Anregungen erhielten für die speziellen Belange der Hörgeschädigten.

Schon zu Beginn der Schulung konnten wir uns auf der Leinwand die verschiedenen Modelle der Fahrzeuge, die es im Laufe der Jahrzehnte gegeben hat, anschauen.

Erholung brachte uns die Pause bei Kaffee und leckeren Kuchen.

Dann ging es mit dem Bus zum Betriebshof an der Goldschmidstraße. Dort teilte sich die Gruppe auf und wir besichtigten eine moderne Straßenbahn und den Niederflurbus. Es wurde uns auf die Neuerungen hingewiesen und auch erklärt, wie wir uns zu verhalten haben. Wir erfuhren dazu, dass für die Schüler täglich 30 Busse unterwegs sind.

Zum Abschluss erhielt jeder eine gelbe Tasche mit Infomaterial und kleinen Präsenden. Es war eine lehrreiche und sehr interessante Veranstaltung.

Dafür möchten wir uns bei Der ARGE Selbsthilfe behinderter Menschen, hier vor allem bei Herrn Heidenreich bedanken.

einiger Bilder von Herr Heidenreich von der ARGE Selbsthilfe behinderter Menschen

stadtrundfahrt

Das Angebot des Stadtverbandes Essener Gehörlosenvereine, an der Führung in Gebärdensprache durch den Dom in Münster teilzunehmen, wurde von 8 Personen genutzt. Leider mussten fünf Personen kurzfristig absagen.

Am Samstag, 1. August 2015 fuhren wir mit der RE nach Münster und schlenderten bei schönstem Wetter zum Dom. Der gehörlose Führer Martin Heuser empfing uns freundlich im sogenannten „Paradies“, einem Vorbau des Domes. Er gestaltete die Führung in sehr gut verständlicher Gebärdensprache mit Einbeziehung der Teilnehmer durch Fragen und mit Hinweisen. Auch erfuhren wir von der wechselvollen Geschichte des etwa im Jahr 800 erbauten Domes. Er wurde nach Zerstörungen und aus anderen Gründen bis ins 21. Jahrhundert auf-,angebaut und restauriert. Wir bewunderten die interessante Gestaltung des Domes mit den Kapellen und den Kunstgegenständen. Besonders beeindruckend war die atronomische Uhr mit dem Glockenspiel, dem Astrolabium und dem Kalendarium.

Zum Schluss besichtigen wir die Domkammer, die sich über drei Ebenen erstreckt. Aussgestellt sind sakrale Kunstgegenstände, historischen Paramente und vieles mehr. Nach 11/2 Stunden war die Führung zu Ende. Aber um alles besichtigen zu können, müsste man viel mehr Zeit haben.

Danach erholten wir uns bei Kaffee und Kuchen im Restaurant des im September 2014 neu eröffneten Landesmuseums.

Die Wahlversammlung wurde am Freitag, 17. April 2015 im Haus der Begegnung am Weberplatz abgehalten.
Der gesamte Verbandsvorstand hat sich eingefunden. Vier Mitgliedsvereine waren mit ihren Delegierten vertreten. Frau Weidenfeller war als Gast dabei.

Nun wurden die Tagesordnungspunkte abgearbeitet. Der Jahresbericht hat in schriftlicher Form vorgelegen. Vorsitzende Eybe trug aber einige Stellen daraus vor und erläuterte deren Hintergründe. Nach den Berichten des Kassierers und der Revisoren übernahm Herr Pfarrer Emler die Wahlleitung. Er fragte Erda Eybe, ob sie das Amt der Vorsitzenden wieder annehmen will. Sie war dazu bereit, aber nur für eine Amtszeit. Nach der Wiederwahl trug Erda Eybe den Wunsch vor, dass Frau Sabine Weidenfeller ihr als 2. Vorsitzende zur Seite stehen soll. Frau Weidenfeller stellte sich vor und wurde einstimmig gewählt.

Hier die Ergebnisse der Wahlen:

2. Vorsitzende Sabine Weidenfeller (neu)
Kassierer Bernd Lindemann (wieder gewählt)
1. Beisitzer Günter Hegemann (wieder gewählt)
2. Beisitzer Rainer Marmann (wieder gewählt)
3. Beisitzer Alfred Zumbrink (wieder gewählt)
4. Beisitzer Markus Nowhöfer (neu)

Der ausgeschiedenen 2. Vorsitzenden Ursula Mönkhoff wurde herzlich gedankt für ihre mehr als 20-jährige Vorstandstätigkeit, davon 14 Jahre als 2. Vorsitzende des Stadtverbandes. Sie erhielt viel Applaus und ein Präsent.

Nun geht es mit dem neuen/alten Vorstand mit Elan in die neue Amtszeit.

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von links: 1. Vors. Erda Eybe, 2. Vors. Sabine Weidenfeller, Beisitzer Alfred Zumbrink, Rainer Marmann, Günter Hegemann, Markus Nowhöfer, Kassierer Bern Lindemann

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Langjährige 2. Vorsitzende Ursula Mönkhoff mit Erda Eybe

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Sabine Weidenfeler stellt sich vor.

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Vortrag 17 03 15 Wie gehe ich als Angeh  mit der Erkrankung um

Auf Wunsch einiger Gehörlosen organisierte der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine eine Führung durch die Sonderausstellung 1914 – Mitten in Europa. Am Sonntag, 28. September um 11 Uhr wurde die Gehörlosengruppe vor dem Eingang Wiegeturm von der Führerin und der Gebärdensprachdolmetscherin empfangen.
Mit der Standseilbahn gelangten wir in die Ausstellung, die sich in drei Etagen der Mischanlage der Kokerei befindet. Wir erfuhren viel über das Leben im ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Ende der Weimarer Republik.

In der ersten Etage sind viele Bilder und verschiedene Alltagsgegenstände des Kaiserreiches zu betrachten. Wir staunten über die Bartbinden. Die Männer der feinen Gesellschaft banden sie nachts um ihre Schnauzbärte, damit morgens der Bart noch in Form ist. Die moderne Dame von Welt legte täglich ihr Korsett an. Durch festes Schnüren wurde die gewünschte schmale Taille erreicht. Der ideale Taillenumfang betrug 42 cm. Das war natürlich nicht gut für die Gesundheit.

Die zweite Etage ist dem 2. Weltkrieg zugeeignet. Wir erfuhren, wie es im 1. Weltkrieg zugegangen ist. Es sind viel mehr Menschen verhungert als Soldaten im Krieg gefallen. Für diesen Krieg wurden die Waffen erfunden und hergestellt. Berühmt ist er Maschinengewehr mit der Nummer 08/15, die auch im zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam.. Daher wurde 08/15 ein geflügeltes Wort für etwas Gewöhnliches bzw. Alltägliches.

In der dritten Etage interessierte uns besonders die Mode der 20er Jahre. Die Dame befreite sich vom Korsett und trug Kleider im Charlestonstil. Die Haare ließ sie sich abschneiden und ließ sich einen „Bubikopf“ machen. Die zum neuen Stil passenden Schuhe sind heute noch modern, ebenso die Anzüge für die Herren.

Die Ausstellung war wirklich sehr sehenswert und und dank der Gebärdensprach-dolmetscherin bekamen wir viele Informationen über diese Zeit.

E.E.

Der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine buchte die Führung durch die Gartenstadt Margarethenhöhe beim Ruhrmuseum Essen und engagierte dazu Gebärdensprach-dolmetscher.

Herr Dr. Hilkenbach begrüßte uns am „Brückenkopf“ und führte uns zunächst in die Geschichte der Margarethenhöhe ein. Die 1906 gegründete Siedlung ist ein Werk des Architekten Georg Metzendorf und wurde nach ihrer Stifterin benannt. Margarethe Krupp hat die Stiftung aus Anlass der Heirat ihrer Tochter Bertha gegründet.

Beim anschließendem Rundgang bekamen wir sehr viele Informationen über die besondere Gestaltung der Häuser und über die Bewohner.

Besonders interessant sind die immer wieder anders gestalteten Haustüren und Giebel. Die Bewohner waren zum überwiegenden Teil Beamte und Angestellte, auch Lehrer und Gewerbetreibende. Später durften auch Arbeiter einziehen.

Wir wunderten uns etwas über die strengen Regeln der Siedlung. Zum Beispiel: Es darf kein Gemüse in den Gärten angebaut werden. Kinder dürfen nicht auf der Straße spielen, sondern nur auf dafür bereit gestellten Plätzen. Es muss immer nur Ruhe und Stille herrschen. Alles dient der Erholung.

Wir erfuhren auch viel über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Die Siedlung wurde zu fast

50 % zerstört und wieder aufgebaut.

Im Jahr 1987 wurde der ältere Teil der Margarethenhöhe unter Denkmalschutz gestellt.

Zum Schluss konnten wir die Musterwohnung besichtigen. Sie ist erstaunlich modern eingerichtet. Der gekachelte Herd in der Küche heizte alle Räume. Auch ist es außergewöhnlich, dass es eine Toilette in der Wohnung gab und das im Jahr 1912!!!

Die Führung hat allen sehr gut gefallen, auch dank der hervorragenden Übersetzung durch die beiden Gebärdensprachdolmetscher.

E.E.

Das Ruhrmuseum hat wieder eine Führung in Gebärdensprache durch die Dauerausstellung angeboten. Wieder hat der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine sich um die Bekanntmachung dieses Angebots gekümmert und Anmeldungen gesammelt.
Am Samstag, 8. Februar 2014 begaben sich 14 gehörlose Erwachsene und zwei hörende Mädchen in die Kohlenwäsche und kauften erst mal die Tickets. Kurz darauf gesellte sich ein gehörloser Kölner zu uns.
Frau Dierks begrüßte uns und freute sich, wieder eine größere Gruppe durch die Ausstellung führen zu dürfen. Sie erklärte in Gebärdensprache die ausgestellten Objekte, Sammlungen und Fotos, erzählte über die Geschichte des Ruhrgebietes, dessen Industrialisierung vor über 200 Jahren begonnen hat, über den 50 Jahre dauernder Strukturwandel nach der Kohlekrise ab den 1960er Jahren und über die Entstehung der Bildungs-, Freizeit- und Kulturlandschaft der Region. Sie ließ uns ab und zu auch Zeit, die Bilder und andere Gegenstände zu betrachten.
Besonders die zwei Mädchen waren sehr wissbegierig und stellten viele Fragen.
Zum Abschluss begaben wir uns in die Cafeteria und unterhielten uns über Themen des Ruhrgebietes.

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