Berichte Kath. Essen

Am 29. September 2018 um 13:00 Uhr trafen sich die Gehörlosen aus dem Bistum Essen am S-Bahnhof Essen-Werden und gingen gemeinsam über die Ruhrbrücke in die historische Altstadt zum Rundgang. Das Wetter war sonnig und herrlich.

Zuerst gingen wir zur katholischen St.-Lucius-Kirche. Ab 995 wurde diese Filialkirche der Werdener Benediktinerabtei erbaut und 1063 durch Erzbischof Anno II. von Köln geweiht. Die Filialkirche gilt als älteste christliche Pfarrkirche nördlich der Alpen und beeindruckt besonders durch ihre Bauweise und schöne Ausmalung. 1957-1959 wurde diese Kirche im alten Zustand wiederhergestellt und 1965 neu geweiht.

Dann ging es weiter zur Basilika St. Ludgerus. Sie entstand zu Beginn des 9. Jahrhunderts als Abteikirche des Benediktinerklosters Werden und wurde im 13. Jahrhundert im rheinischen Übergangsstil umgestaltet. Die Basilika gilt als eine der bedeutendsten spätromanischen Kirchenbauten und ist seit Aufhebung der Abtei eine katholische Pfarrkirche. Im Jahr 1960 wurde sie Propsteikirche. Die Basilika St. Ludgerus erhebt sich auf einer Anhöhe des Ruhrtals über der Altstadt von Essen-Werden. Wir gehen zuerst in die Schatzkammer und wurden von Frau Anita Schade geführt. Die Gebärdensprachdolmetscherin Kira Knühmann-Stengel aus Mülheim a.d. Ruhr stand an ihrer Seite.

Liudger, der 805 erster Bischof von Münster wurde, hatte zuvor die Abtei Werden gegründet. Zwischen 800 und 808 wurde der erste Kirchenbau errichtet. Im Jahr 799 gründete hier der heilige Ludgerus ein Kloster. Er war Missionar bei Friesen und Sachsen und erster Bischof von Münster. Seine Gebeine liegen im Sarkophag in der Schatzkammer.

Nach der Führung mit 19 Gehörlosen erfolgte in der Krypta unter der St.-Ludgerus-Kirche eine gemeinsame Andacht. Um 18:30 Uhr gingen wir zum Linienbus, der uns nach Bredeney und zum Hauptbahnhof brachte.

Text und Fotos: Klauspeter Peiker

Schatzkammer St. Ludgerus

Schatzkammer St. Ludgerus

Gebeine des heiligen Ludgerus im Sarkophag

Gebeine des heiligen Ludgerus im Sarkophag

v.l. Gebärdensprachdolmetscherin Kira Knühmann-Stengel, Museumsführerin Anita Schade, Diakon Hans-Gerd Holtkamp

v.l. Gebärdensprachdolmetscherin Kira Knühmann-Stengel,
Museumsführerin Anita Schade, Diakon Hans-Gerd Holtkamp

Diakon Holtkamp und Monika Tibo (KGV Essen) bei der Andacht

Diakon Holtkamp und Monika Tibo (KGV Essen) bei der Andacht

Statue des heiligen Ludgerus in der Krypta

Statue des heiligen Ludgerus in der Krypta

16 Gehörlose aus dem Bistum Essen (3 weitere nicht auf dem Bild) an der Schatzkammer und vor der Basilika

16 Gehörlose aus dem Bistum Essen (3 weitere nicht auf dem Bild) an der Schatzkammer und vor der Basilika

Termine 2018 – Gehörlose im Bistum Essen Stadtverband

In Zusammenarbeit mit der kath. Gehörlosenseelsorge und dem kath. Verein Essen hat der Stadtverband Essener Gehörlosenvereine e.V. eine Informationsveranstaltung organisiert.
Am Mittwoch, 20. September 2017 fand der Vortrag zum Thema „Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung“ im Pfarrheim St. Michael statt.
Diakon Hans-Gerd Holtkamp stand als Referent zur Verfügung. Als Vorsitzender des SKM Bochum Fördervereins e.V. kennt er sich mit dem Thema gut aus.

Zuerst wurden um 15 Uhr die 25 Teilnehmer/innen von der Vorsitzenden des Stadtverbandes E. Eybe begrüßt. Dann begann Herr Holtkamp mit Hilfe der PowerPoint Präsentation den Vortrag. Zwei Gebärdensprach-Dolmetscherinnen wechselten mit der Übersetzung ab.
Nach gut einer Stunde war noch Zeit für die Fragen, die Herr Holtkamp ausführlich beantwortete. Er hat die in leichter Sprache verfassten Unterlagen und Formulare mitgebracht und verteilte sie.

Nach diesem Vortrag blieben wir noch etwas zusammen und diskutierten weiter. Die Vorstandsmitglieder des Kath. Vereins Essen haben für Kaffee und Getränke gesorgt. Dafür unseren Dank!

E. Eybe

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Eigentlich sollte diese Maßnahme im Frühjahr durchgeführt werden. Das Pax-Haus war leider ausgebucht und so wurde diese Reise auf Februar verlegt. Es gab erst mal bei manchen Interessenten wegen der Witterung in diesem Monat lange Gesichter. Trotzdem haben sich 17 Personen angemeldet, darunter auch der ehemalige Konditormeister Jupp Hanio und seine Frau. Für beide ist es die erste Urlaubsreise nach 40 Jahren. Ein Rollstuhlfahrer war dabei, dem man das dreimalige Umsteigen bei der Fahrt mit der RE nicht zumuten konnte. Mit ihm buchten noch 11 Personen die Fahrt mit der IC. Die andere Gruppe fuhr dann mit der RE. Die Beförderung des Rollstuhlfahrers mit dem Hublift in den Zug war für die Mitreisenden ein interessantes Schauspiel.
Die Fähre brachte die Gruppe mit dem Diakon Holtkamp in Norddeich Mole zur Insel und nach einem kurzen Fußmarsch checkten wir im Paxhaus ein. Die Schwester Zita begrüßte uns freundlich und verteilte die Zimmerschlüssel.

An drei Vormittagen hielt Diakon Holtkamp mit Hilfe der Powerpräsentation Referate über die Schöpfungsgeschichte und über Abschnitte aus der Enzyklika Laudato SI von Papst Franziskus. Behandelt wurden Themen über die Umweltverschmutzung, den Klimawandel, die Wegwerfkultur, die soziale Ungerechtigkeit und andere Probleme. Bilder über verendete Tiere und zerstörte Natur wurden gezeigt. Alle erhielten ein Exemplar der Enzyklika Laudatio.

An den Nachmittagen erkundeten wir die Insel. Der Otto-Leege-Pfad mit den Kunstwerken und Info-Tafeln wurde begangen. Die Planwagenfahrt führte uns zum Flughafen und Strandspaziergänge waren für einige ein Muss. Tapfer stapften wir bei großer Kälte zum Seezeichen (Mini-Dubai) im Seglerhafen und ließen uns den Wind um die Nase wehen. Im kleinen Teehaus machten wir es uns zweimal mit echtem Ostfriesentee und anderen Getränken gemütlich.

Abends hielten wir uns im Gesellschaftsraum auf. Es gab ein von Alfred Zumbrink erstellter Quiz, das Gitta Stojnic gewann. Wir unterhielten und prächtig und zogen den Jupp auf, weil er draußenmit dicken, von Oma gestrickten Wollsocken und Sandalen herumlief. Marina und Günter Hegemann haben zum fünften Mal an den Besinnungstagen teilgenommen und reichten eine Erinnerungsmappe herum. Günter kennt die Insel wie seine Westentasche. Davon profitierten wir. Das Fernsehen haben wir gar nicht vermisst. Nur die Fußballfans guckten sich spannende Spiele im separaten Fernsehraum an.

Mit Unterkunft und Verpflegung waren wir sehr zufrieden, auch mit dem Wetter. Es war kalt, aber immer trocken. Die Ruhe im Ort und die frische Seeluft taten uns gut. Diakon Hans-Gerd Holtkamp als Betreuer hat in seiner freundlichen Art für den entspannten Ablauf des Programms gesorgt. Dafür bedanken wir uns.

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Am Samstag, den 29. August machten 21 Gehörlosen aus dem Bistum Essen mit Diakon Holtkamp eine Wallfahrt – diesmal in Essen. Um 9:30 Uhr trafen wir uns am Domhof. Danach gingen wir in die Adventiantkrypta und dort haben wir eine kleine Andacht gehalten. Kurz vor 11 Uhr kam der Domführer Herr Teuber und führte uns durch den Dom und den Domschatz, Herr Diakon Holtkamp dolmetschte für uns.

Das Essener Münster ist die Bischofskirche des Bistums Essen, des sogenannten „Ruhrbistums“. Die den Heiligen Cosmas und Damian sowie der Jungfrau Maria geweihte Kirche, die seit der Bistumsgründung auch oft Essener Dom genannt wird, steht am Burgplatz in der Innenstadt von Essen. Das Gotteshaus war die Kirche des Damenstifts Essen, gegründet um 845 von Altfrid, Bischof von Hildesheim, um das sich die Stadt Essen entwickelte. Die heutige Kirche, die nach Kriegszerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde, ist eine nach 1275 errichtete gotische Hallenkirche aus hellem Sandstein. Das oktogonale Westwerk und die Krypta sind erhaltene Teile des ottonischen Vorgängerbaus. Dem Münster ist nördlich ein Kreuzgang angeschlossen. Zu seinen bedeutendsten Kunstschätzen zählt die Goldene Madonna, die älteste vollplastische Marienfigur nördlich der Alpen.

Der Siebenarmige Leuchter, ebenfalls um 1000 geschaffen, schmückt noch heute die Essener Domkirche. Bedeutendstes Kunstwerk dieser Blütezeit ist die Goldene Madonna, eines der ältesten vollplastischen Bildwerke des Mittelalters.

Auch besichtigen wir den Domschatz und wir bewunderten, dass der Essener Domschatz berühmt für seine Goldschmiedewerke des frühen Mittelalters war. Nach ca. 1 ½ Std. Domführung gingen wir ins Restaurant Chruch und aßen gemeinsam zu Mittag. Es hat uns sehr gut geschmeckt. Nach dem Mittagessen gingen wir zum Bistumsfest. Am Nachmittag haben wir draussen gesessen und uns Kaffee, Kuchen und Eisspezialitäten schmecken lassen. Danach machten wir uns langsam auf dem Heimweg. Es war ein schöner Superwettertag.

Monika Tibo

 

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Am Gründonnerstagabend , 2. April 2015 hat Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck mit mehreren hundert Gläubigen im Essener Dom die „Missa verpertina in cena Domini“ gefeiert. In diesem Gottesdienst gedenken die Katholiken des letzten Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern hielt, und damit der Einsetzung des Sakraments der Eucharistie.

In seiner Predigt erinnerte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck an den Kern jeder Eucharistiefeier: Die Wandlung.“ Das, was das Auge nicht sieht, geschieht im Inneren an der Substanz von Brot und Wein; durch die Worte Christi und die Kraft des Heiligen Geistes werden sie in Leib und Blut Christi verwandelt.“

Diakon Holtkamp, Diözesanseelsorger für die Gehörlosen im Bistum Essen übersetzte die Predigt in Gebärdensprache.

Dafür stehe auch im Evangelium die Fußwaschung. Durch diese Geste der Demut, die Jesus an den Jüngern vollziehe, würden sie Vertrauen gewinnen und neu werden. Overbeck: „Wir können keine Eucharistie feiern ohne solches Vertrauen, das Gott uns schenkt und in uns hineinlegt, da er uns wandelt. Solches Vertrauen schafft neue Kräfte, legt Energien frei, macht mutig, lässt aufbrechen.“

Anschließend werden den zwölf Gehörlosen Frauen und Männer die Füße gewaschen. Auch bei der Gabenbereitung wirkten die Gehörlosen mit.

Nach der Abendmahlmesse lud Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck uns zum einem kleinen Imbiss in der Apostelsaal ein. Ca. um 22 Uhr mussten wir uns langsam vom Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck verabschiedet und wir gingen nach Hause. Es war ein wunderschöner Tag und wir werden ihn nicht vergessen.

 

Am Samstag, den 30.08.2014 machten 19 Gehörlosen mit Diakon Herr Holtkamp eine Wallfahrt nach Xanten. Wir fuhren mit dem Zug um 8:46 Uhr von Essener Hbf ab. In Duisburg stiegen wir um und weiter ging es mit dem anderen Zug nach Xanten. Dort sind wir um ca.10:00 Uhr angekommen und machten einen 15-minutigen Fußmarsch zum St. Viktor-Dom. In der dortigen Krypta hat Diakon Herr Holtkamp ein kleine Wortgottesdienst gemacht. Er hat über Karl Leisner gesprochen. Karl Leisner wurde am 28.02.1915 in Rees am Niederrhein geboren. Sechs Jahre später zog seine Familie nach Kleve. Nachdem Karl dort 1934 das Abitur bestanden hatte, begann er in München das Theologiestudium. Im selben Jahr ernannte ihn Bischof Clemens August Graf von Galen zum Diözesanjungscharführer. Am 25.03.1939 wurde Karl Leisner zum Diakon geweiht. Wegen einer Lungentuberklulose begab er sich zu einer Kur nach St. Blasien im Schwarzwald. Dort wurde er am 9.11.1939 verhaftet und kam nach Gefängnishaft in Freiburg und Mannheim zunächst ins KZ Sachsenhausen und dann ins KZ Dachau. Schwerkrank empfing er dort am 17.12.1944 die Priesterweihe. Am Fest des hl. Stefanus feierte er seine erste und zugleich letzte hl. Messe. Am 4.04.1945 befreit, brachte man ihn ins Waldsanatorium Planegg bei München. Dort starb er am 12.08.1945. Sein Grab befindet sich im Dom zu Xanten. Papst Johannes Paul II. hat ihn in Berlin am 23.06.1996 seliggesprochen.

Danach haben wir im Dom St. Viktor einen Rundgang gemacht und besichtigt. Um 12:30 Uhr sind wir zum Gotisches Haus Xanten gegangen. Im historischen Kaminzimmer gab es ein dreigängiges Menü zum Mittagessen. Es hat uns sehr gut geschmeckt und uns auch satt gemacht. Danach machte Herr Diakon Hotkamp mit uns einen Stadtrundgang. Doch Xanten hat mehr als Erholung und Freizeit zu bieten. Für die Freunde von Geschichte und Kultur ist die Museumstadt Xanten ein wahres EL Dorado. Der mächtige Dom St. Viktor war und ist Mittelpunkt des Städtchens, das eine vielseitige Gastronomie, gute Einkaufsmöglichkeiten und lebendige Kultur bietet. Am Nachmittag haben wir draußen am Markt gesessen, Kaffee getrunken. Einige bestellten Kuchen dazu und andere schleckten Eis. Nun wurde es Zeit, uns auf den Heimweg zu begeben. Gut gelaunt sind wir mit dem Zug wieder nach Essen zurückgefahren.

M.T.